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Rückschläge

Ich habe es mal wieder geschafft. Kaum ist man beinahe einen kompletten Monat lang so richtig schön regelmässig im Training, passiert genau das, was ich eigentlich um jeden Preis vermeiden wollte. Eine krankheitsbedingte Zwangspause, deren Länge ich noch nicht abschätzen kann. Im Supermarkt noch einer der letzten verbliebenen Maskenträger und auch sonst noch halbwegs achtsam geblieben, habe ich die Rechnung scheinbar wie so oft ohne jene Viren gemacht, die Kinder eben tagtäglich aus Kindergarten oder Schule mit nach Hause schleppen. Kurioserweise hat es mich vor Wochen eben nicht erwischt, als der Rest der Familie Corona hatte. Der stinknormale Grippale Infekt, den man gefühlt jedes Jahr mindestens einmal mitnehmen muss, macht mich jetzt dafür so richtig fertig. Soll mir noch jemand erzählen, die Impfung würde nichts bringen…

Letztes Wochenende fühlte ich mich noch grossartig und voller Energie. Ein langer Spaziergang mit dem Hund und ich hätte noch ewig weiter marschieren können, mit der vermeintlichen Kondition. Selbst eine sich anbahnende sommerhitze macht mir nicht mehr allzu viel aus. Unserer Annabelle allerdings schon, deswegen sind wir zur Abkühlung auch irgendwann umgedreht und nach Hause gegangen. Ich musste Schmunzeln auf der Strecke und habe mir für den Nachmittag noch überlegt, neben dem Krafttraining zeitlich versetzt eventuell noch Cardio Sondersessions einzulegen. Vielleicht sollte ich mich an den anderen Tagen mehr meinen Beinen und den Bauchmuskeln widmen?

Die Meinungen zu vollgepackten Trainingsplänen gehen wieder einmal auseinander und jeder Athlet schwört natürlich auf seine ganz eigene Methode zum Erfolg. Wenn ich mich jetzt aber täglich stundenlang in den Fitnessraum zurückziehen würde, wäre meine Familie nicht unbedingt begeistert. Zeit für seine Kids sollte man schon noch aufbringen können und jene Geduld mit mir und meinen Leidenschaften, für die ich sehr dankbar bin, ist zudem nicht unbegrenzt.

Das Gefühl einer ausgeprägten Kondition verflüchtigte sich an jedem Tag leider sehr schnell. Auf Instagram werden mir (warum auch immer) momentan unheimlich viele junge Frauen gezeigt, die richtig stylisch Seilspringen können. Nehmt ein solches Video und schaut euch dann zum Vergleich mich bei meinen kläglichen Anfangsversuchen mit dem Speed rope an und ihr habt euer Samstagabend Slapstick Comedy Programm! Womöglich braucht es noch das eine oder andere Tutorial, bis meine Technik annähernd so gut aussieht. Meine Burpees wirken mindestens genauso behäbig, würde ich behaupten. Aber aus der Vergangenheit weiss ich sehr genau, dass sich das mit zunehmender Übung besser wird.

Die positive Stimmung wurde gedämpft, doch es steht der Plan von Krafttraining alle zwei Tage und dazwischen ein „Leg Day“ inklusive Bauchmuskeln. Hoffentlich zieht sich meine Pause nicht unnötig in die Länge und ich kann in der neuen Woche wieder durchstarten. Mit ausreichend Vorsicht versteht sich, denn sollte ich mich nicht ausreichend schonen, droht unter Umständen eine Myokarditis, deren Komplikationen durchaus gefährlich sind und mindestens ein halbes Jahr keine körperlichen Belastungen mehr erlauben würden. Insgesamt etwas ärgerlich, aber man kann nichts machen. Rückschläge wird jeder Sportler erleben, man darf sich nur nicht gleich wieder aufgeben.

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